Seilaussteifung

Seilaussteifungen sind eine Möglichkeit, dem Tragwerk zusätzlich Stabilität zu verleihen und Zuglasten aufzunehmen. Statisch sind Seilaussteifungen als Zugstäbe zu sehen. Dies bedeutet, dass sie bei Druckbelastungen ausfallen, sprich diese Lasten nicht aufnehmen können. Außerdem sind Seilaussteifungen reversibel. Das bedeutet, sie können beispielsweise für zusätzliche Stabilität bei Fahrt sorgen, und im Stand einfach abmontiert werden, um z.B. große Fensterflächen frei zugänglich zu machen. Ein weiterer Nutzen von Seilaussteifungen ist, dass sie einfach vor-, hinter- oder in der neutralen Faser gar durch Holzkonstruktionen geführt werden können, ohne diese groß zu schwächen.

Seilaussteifungen siedeln sich unter dem Überbegriff „Tauwerk“ an. Tauwerk ist ein Begriff aus der Schifffahrt und bezieht sich im Kontext des Gebäudebaus auf die Verwendung von Seilen, Schnüren, Drahtseilen oder ähnlichen flexiblen Materialien, um die Stabilität und Steifigkeit eines Gebäudes zu erhöhen. So kann Tauwerk aus unterschiedlichen Materialien auch im Tiny House Bau Verwendung finden.

Natürliches Tauwerk (z.B. Hanf oder Sisal) bietet eine moderate Zugfestigkeit und eine natürliche ästhetische Qualität, ist jedoch anfällig für Abrieb, Feuchtigkeit und UV-Strahlung.

Metallisches Tauwerk (z.B. Stahlseil) bietet außerordentliche Zugfestigkeit, minimale Dehnung, hohe Abriebresistenz und Beständigkeit gegenüber Chemikalien und UV-Strahlung, ist jedoch schwerer und kann rosten, wenn es nicht gepflegt wird.

Kunststoff-Tauwerk (z.B. Dyneema) zeichnet sich durch hohe Festigkeit, geringes Gewicht, geringe Dehnung, Abriebfestigkeit, Chemikalienbeständigkeit und UV-Beständigkeit aus, was es für vielfältige Anwendungen geeignet macht. Kunststoff-Fasern können, genau wie Naturfasern, leicht gespult und geschnitten werden. Das erleichtert die Anwendung, kann jedoch auch zu Sicherheitsrisiken führen. Dyneema erlaubt im Vergleich zu Stahlseilen mehr Dehnung, was häufigeres Nachspannen erfordert. Außerdem lassen sich Kunststoff-Fasern leichter aufreiben als Metalle. Der wichtigste Unterschied jedoch ist die Tatsache, dass die meisten Kunststoff-Tauwerke, darunter auch Dyneema, keine baurechtliche Zulassung haben, und damit nicht im konstruktiven Gebäudebau eingesetzt werden dürfen.

Somit fällt unsere Wahl in Sachen Seilaussteifungen auf metallisches Tauwerk. Damit Korrosion kein Thema spielt, verwenden wir ausschließlich Edelstahlseile. Sei dennoch eine andere Optik gewünscht, gibt es auch Kunststoff ummantelte Edelstahlseile in beliebten Farben (z.B. schwarz) zu erhalten.

Um die Seilaussteifung mit dem bestehenden Tragwerk zu verbinden, verwendet man sogenannte Terminals. Dabei handelt es sich um gedrehte beziehungsweise gefräste Edelstahlbauteile, in welchen eine Seite des Seils verpresst wird, und die andere über eine beliebige Anbindung (z.B. Innengewinde, Außengewinde, Gabelkopf) verbunden wird.

Seilaussteifungen haben die Eigenschaft, über Zeit Dehnungen im Material aufzunehmen. Dies ist jedoch ein recht einfach zu lösendes „Problem“. Indem man Terminals mit Seilspannern, oder separate Seilspanner einsetzt, lassen sich die Aussteifungen einfach nachspannen.

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